Ingolstadt Halbmarathon 2015

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Am 25. April 2015 ging es für mich zum mittlerweile vierten Mal an den Start des Odlo Halbmarathons Ingolstadt. Nach meinem dritten Gesamtplatz und einer neuen persönlichen Bestzeit von 1:12:31 im Vorjahr hatte ich dem Wettkampf gespannt entgegengesehen. Was ich nicht vorausgeahnt hatte war allerdings der schwere Radunfall, den ich knapp zwei Wochen zuvor im Trainingslager in der Toskana hatte – ein italienischer PKW-Fahrer hat mich mehr als unsanft vom Rennrad geholt, mehrere dicke Prellungen und vor allem ein komplett zerstörtes Rennrad inklusive. Zwar war ich in erster Linie natürlich nur froh, dass das Ganze nicht schlimmer ausgegangen ist, die Laufform, Tapering und die Hoffnungen auf den Halbmarathon waren aber erstmal dahin.

So besuchte ich die Halbmarathonmesse am Tag zuvor auch mit gemischten Gefühlen. Aber jammern hilft nichts und am Renntag selbst kam dann auch langsam die gewohnte Vorfreude auf den Lauf. Der Ingolstädter Halbmarathon ist für mich als Starter des Ingolstädter Leichtathletikvereins MTV Ingolstadt und durch die Unterstützung vieler Freunde an der Strecke von jeher ein „Heimspiel“ gewesen! Deswegen ließ ich mich auch vom aufkommenden Regen und den Gedanken an die Vorbereitung nicht beirren und konzentrierte mich auf die Lust am Laufen, am Wettkampf und die positive Stimmung am Streckenrand.

An der Startlinie fand ich mich in der ersten Reihe mit den bekannten aber auch unbekannten Konkurrenten wieder. Kurios: der äthiopische Kollege und Topfavorit neben mir verzögerte den Start, weil der Betreuer mit der versporchenen Wettkampfbekleidung nicht aufzufinden war. Unter der Jacke trug der Arme nur ein Baumwollshirt und seine Unterhose, seine Füße steckten in zu großen Damenlaufschuhen. Glücklicherweise fand sich in meinem Rucksack noch eine Sporthose, die ich dem Kollegen leihen konnte – ich darf hier schon verraten, dass meine Hose den größeren Erfolg eingefahren hat, sie ist nämlich Zweiter geworden! Gratulation!

Wir konnten also starten: Trotz des hohen Anfangstempos fühlte ich mich zunächst noch relativ gut. Die ersten drei Kilometer passierte die Gruppe gepusht durch die Menge in der Ingolstädter Innenstadt etwas zu schnell in 9:40 Minuten. Im Verlauf des Wettkampfs fand ich mich zunächst in der zweiten Läufergruppe wieder, die sich auf ein für mich angenehmes Wettkampftempo eingependelt hatte. Leider musste ich die Gruppe ab Kilometer 7 ziehen lassen und bestritt den Wettkampf von da ab alleine. Ich merkte schon, dass sich das Laufen einfach „nicht rund“ anfühlte, die Rumpfstabilität ließ nach und ich merkte die Blessuren des Unfalls noch stark, vor allem durch ein schmerzhaftes Ziehen im Rücken. Trotzdem konnte ich das Tempo mit 3:30 Min/Km über die Strecke noch recht hoch halten. Ab Kilometer 13 kamen zum allgemeinen unguten Gefühl noch Bauchschmerzen dazu. Auf dem Ingolstädter Donaudamm hörte ich dann noch einen Konkurrenten hinter mir – das motivierte mich auf den letzten Kilometern noch ein letztes Mal und ich brachte den Halbmarathon in 1:13:33 ins Ziel!

Photo: © Andre Pöhlmann

Mit der Zeit bin ich im Angesicht der Umstände trotzdem ganz zufrieden. Der Halbmarathon war wie immer top organisiert, vielen Dank an die zahlreichen Helfer und alle, die mich auf der Laufstrecke angefeuert haben! Ab jetzt beginnt die Triathlonvorbereitung, weiter geht`s für mich am 17. Mai in Waging mit dem ersten Wettkampf in der Bayernliga.

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